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Geschichte und Entstehung des Wernerwaldes

Kies, Mergel, kleinere und größere Felsblöcke (Findlinge)  bilden die Bestandteile dieses kalkarmen Bodens, der vor etwa 20000 Jahren im Gefolge der sogenannten Saale-Eiszeit ent­standen ist. Während der Abschmelzung bildeten sich zahlreiche Schmelzwasserrinnen, die sich später zu kleineren Mooren um­wandelten, z. B. »Finkenmoor«, »Wulfsmarsch«, »Deemoor«, »Steertmoor« und »Scharmoor«. Vor etwa 4000 bis 5000 Jahren waren weite Flächen der Geest mit Eichen-Birken-Wäldern be­standen. Wir sehen noch heute uralte Reste davon bei Holte­Spangen, Berensch und Oxstedt in den sogenannten Eichkratt­wäldchen. Sie bestehen aus Bäumen von geringem Umfang, die noch dazu durch den ständigen Wind aus meist westlicher Richtung stark zerzaust und verkrüppelt und als Nutzholz so gut wie wertlos sind. Einige dieser Wäldchen, zum Beispiel der »Fuchsbusch« bei Holte-Spangen und ein ähnliches Wäldchen bei Berensch stehen wegen ihrer für unsere Küstengegend charakteristischen Windwuchsformen (die Baumkrone ist von West nach Ost geneigt) unter Landschaftsschutz.

 

 

Die Urlandschaft des Eichen-Birken-Waldes wurde in der Bron­zezeit zum großen Teil durch den Menschen vernichtet, um Holz und durch Rodung neues Ackerland zu gewinnen. Damit ver­schwand auch die für den Wald typische Vegetation. Statt­dessen breitete sich jetzt über weite Strecken eine Heideland­schaft mit ihren Pflanzengesellschaften wie Heidekraut, Krähen­beere, Ginster, Wacholder, Bärlapparten, Gräser, Binsen, Farne, Moose, Flechten usw. aus. Unmittelbar an der Küste nahmen die für den Bestand des sowieso schon kärglichen Ackerbodens so verderblichen Wanderdünen einen breiten Raum ein.

Der größte Teil der Dorffluren, also Heide, Moor, Wiesen, Wei­den und das Dünengelände, war sogenannte »Gemeinheit« oder Allmende, die von den Besitzern gemeinschaftlich genutzt wurde. Dabei war es durchweg so, dass nur die alten Meierhöfe Anteil daran hatten. Kötner, Häuslinge, Neusiedler usw. waren ausgeschlossen. In der Gemeinde Sahlenburg nahm diese »Ge­meinheit« etwa 3/4 der Gesamtflur ein und gehörte 20 Interessen­ten. - Es konnte nicht ausbleiben, dass diese Besitzverhältnisse im Laufe der Zeit zu Unzuträglichkeiten führten. Streitigkeiten unter den Nutzungsberechtigten und Übergriffe seitens der Nichtberechtigten kamen immer häufiger vor. Die Staatsgewalt, also hier im damaligen Amte Ritzebüttel der Hamburger Staat, musste oft schlichtend eingreifen. Schließlich tat man im Zuge der Flurbereinigungen im vorigen Jahrhundert das einzig Rich­tige, man teilte die AIImende unter den Besitzern auf.

Im Jahre 1880 wurde seitens der Gemeinde Sahlenburg auf den Rat des Amtsverwalters hin und mit seiner dringenden Be­fürwortung beim Hamburger Senat der Antrag gestellt, die rd. 720 ha umfassende »Gemeinheit« unter die Interessenten auf­zuteilen. Diesem Antrag wurde sehr rasch entsprochen. Der Staat beanspruchte für sich als Rechtsnachfolger der früheren Grundherren des Amtes Ritzebüttel, der Lappe, 60 ha Dünen­Heidegelände und kaufte von den Interessenten noch 315 ha Heide, Sand, Moor und steinigen Außendeich für den Preis von 8289,19 Mark dazu. Diese zusammenhängende Fläche von 375 ha wurde auf Vorschlag Dr. Werners von der hamburgischen Forstverwaltung zur Aufforstung bestimmt. Es handelte sich dabei um einen Versuch, der seinesgleichen bis dahin noch nicht hatte und bis heute trotz des geglückten Experimentes im deutschen Nordseeküstengebiet leider auch noch keine Nach­ahmung in größerem Ausmaße gefunden hat. Da man also noch keine Erfahrungen hatte sammeln können und es sich weiter bei dem Gelände um überaus minderwertigen Boden handelte, wählte man vorerst als Hauptbaumbestand Nadelhölzer, vor allem die gemeine Kiefer wegen ihrer geringen Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit. Die lockeren Sandfelder der Dünen bepflanzte man mit Berg- oder Strandkiefern, da sie sich zum Festhalten des Sandes am besten eigneten. Daneben wurden aber auch Fichten, Weißtannen und ausländische Nadelhölzer angepflanzt.

Im nördlichen Teil des Waldes setzte man vielfach geeignete Laubhölzer im Verband mit Nadelhölzern, um so möglichst früh Windschutz gegen die Seewinde und durch Verwitterung des Laubes bessere Bodenverhältnisse zu schaffen.

Mit den Kiefern machte man anfangs schlechte Erfahrungen. Im dauernden Seewind verkrüppelten sie stark und mussten durch andere Nadelhölzer ersetzt werden. Am zweckmäßigsten erwiesen sich in der Folge die österreichische Schwarzkiefer und die Pechkiefer. Im Innern des Forstes entwickelten sich sehr bald größere Gruppen Wacholder zu stattlicher Höhe. Dieser Charakterbaum der Heide hatte hier schon vorher seinen nörd­lichsten Standort Deutschlands und findet sich noch in durch den Seewind bedingten Zwergformen in der heute unter Natur­schutz stehenden Heide zwischen Wernerwald und der Nord­heimstraße.

 

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